Internationales wissenschaftliches Expertengremium (iSEP)

Die Mitglieder des iSEP, das aus international anerkannten Experten auf den Gebieten der Epigenetik und der Onkologie besteht, beraten 4SC in Fragen der Forschung und bei der klinischen Produktentwicklung.


Prof. Dr. Thomas Jenuwein

In den letzten 20 Jahren haben bahnbrechende Entdeckungen in der epigenetischen Forschung unser Wissen über normale oder abweichende Entwicklung verändert. Diese Erkenntnisse aus der Forschung in die Klinik zu übertragen wird unsere Gesundheit verbessern und neue Wege eröffnen, Krankheiten zu bekämpfen.
Prof. Dr. Thomas Jenuwein | Direktor und Senior-Gruppenleiter, Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik

Kurzbiographie

Thomas Jenuwein promovierte 1987 mit seiner Doktorarbeit über fos Onkogene in der Arbeitsgruppe von Rolf Müller am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg. Als Postdoc untersuchte er die Funktion des Immunglobulin Enhancers IgH in der Arbeitsgruppe von Rudolf Grosschedl an der Universität von Kalifornien in San Francisco (UCSF, USA). Von 1993 bis 2008 konzentrierte er seine Forschung als unabhängiger Gruppenleiter am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien auf die funktionelle Analyse des Heterochromatins in Säugetieren. Im Jahr 2000 entdeckte er die erste Histon Methyltransferase. Er ist derzeit Direktor am Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg, wo er die Abteilung Epigenetik führt.

Thomas Jenuwein wurde 2002 zum Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) gewählt. Er wurde 2005 mit der Sir Hans Krebs Medaille der Federation of European Biochemical Societies (FEBS) ausgezeichent und erhielt 2007 den Erwin Schrödinger Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Von 2004 bis 2009 koordinierte er das EU-geförderte Exzellenznetzwerk ‚The Epigenome‘, das über 80 Laboratorien in Europa verbunden hat.

Thomas Jenuwein hat über 120 Artikel in peer-reviewed Journals publiziert, über 200 geladene Vorträge gehalten und ist Co-Autor des Standard-Lehrbuchs „Epigenetics“ (D. Allis, T. Jenuwein, D. Reinberg and M.L. Caparros, SDHL-Press, 2015).

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Forschungsschwerpunkt

Epigenetische Mechanismen kontrollieren die eukaryotische Entwicklung über die in der DNA gespeicherte Information hinaus. Verschiedenste Mechanismen, wie DNA-Methylierung, Nukleosomen-Umbau, Histon-Modifikationen, Austausch von Histonvarianten und nicht-kodierende RNAs, tragen gemeinsam zu den Unterschieden in der Chromatinstruktur bei. Man vermutet, dass die Vielzahl unterschiedlicher kovalenter Modifikationen an den Histon N-Termini einen eigenen Index darstellt („Histon-Code“), der bestimmte Vorgänge während der Proliferation und Entwicklung stabilisieren kann.

Thomas Jenuwein und sein Team haben die erste Histon-Lysin-Methyltransferase entdeckt und konnten zeigen, dass Histon-Lysin-Methylierung eine zentrale epigenetische Modifikation in eukaryotischem Chromatin darstellt. Sie setzen ihre Analysen der Histon-Lysin-Methylierung fort, um die epigenetische Genregulation weiter zu entschlüsseln und molekulare Wege zu identifizieren, die die heterochromatischen Domänen im Chromatin von Säugetieren initiieren und aufrechterhalten.

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Dr. Charles B. Epstein

Die Wirkstoffe von 4SC haben das Potenzial, die Klinik in den Bereichen CTCL und fortgeschrittenen hämatologischen Tumoren voranzubringen. Ich freue mich sehr darüber, mit meiner Expertise dazu beizutragen, dieses Potenzial auszuschöpfen.
Dr. Charles B. Epstein | Senior-Gruppenleiter, Broad Institute von MIT und Harvard

Kurzbiographie

Charles B. Epstein hat am Swarthmore College und der University of Chicago (USA) Biologie studiert. Er promovierte 1993 auf dem Gebiet der zellulären und molekularen Biologie im Labor von Fred Cross an der Rockefeller University in New York (USA) und war als Damon-Runyon Fellow Postdoktorand bei Arnold Levine (Princeton University, USA) und Ron Butow (Southwestern Medical Center, Dallas, USA).

Nachdem er 1999 am Southwestern Medical Center Assistenzprofessor wurde, ist Charles B. Epstein in die Pharmaindustrie gewechselt und arbeitete bis 2008 als Principal Research Investigator im Bereich Transcript Profiling zur Entdeckung von Biomarkern bei Sanofi-Aventis Pharmaceuticals. Zurück in der Wissenschaft wurde er 2008 Program Manager für Epigenomik am Broad Institute von MIT und Harvard und ist dort seit 2014 Senior-Gruppenleiter.

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Forschungsschwerpunkt

Charles B. Epstein ist Experte, mit der ChIP-seq-Methode den Zustand des Epigenoms in kleinen Proben zu bestimmen. Sein Ziel ist es, sich die Möglichkeiten der Epigenom-Bestimmung nutzbar zu machen, um die Vielfalt in gesunden und kranken Zellen besser zu verstehen. Im Rahmen des Epigenomics-Programms charakterisiert er in vielen verschiedenen Zellen die Chromatinstruktur und Histonmodifikationen. Diese Modifikationen können die Genexpression sowohl beeinflussen als auch darauf reagieren und spielen bei der Zelldifferenzierung während der Entwicklung eine wichtige Rolle. Fehlerhafte Regulierung der Histonmodifikationen können die treibende Kraft bei der Entstehung von Krankheiten und Resistenzen gegen Medikamente sein.

Charles B. Epstein war am Broad Institute für die Koordination der NIH-finanzierten Epigenomik Consortien ENCODE II, ENCODE III und NIH Roadmap Epigenomics sowie auch für andere Studien verantwortlich, die sich mit dem Epigenom in Krebserkrankungen beschäftigt haben. Zudem hat er eng mit Bioinformatikern zusammengearbeitet, um innovative Methoden zur Sicherung von Datenqualität zu entwickeln.

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Prof. Dr. med. Wolff Schmiegel

Epigenetische Mechanismen sind entscheidend dafür, die Tumorbiologie besser zu verstehen. Sowohl Genregulation als auch die Vorgänge bei der Entstehung von primären oder sekundären Resistenzen sind wichtig, um Zielmoleküle für die Behandlung auch auf dem epigenetischen Level zu bestimmen. Letztendlich kann dies einen essentiellen Beitrag zur Verbesserung der personalisierten Medizin leisten.
Prof. Dr. Wolff Schmiegel | Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus Bochum, Ruhr-Universität Bochum und Abteilung Gastroenterologie/Hepatologie Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum

Kurzbiographie und Medizinischer Schwerpunkt

Wolff Schmiegel studierte Medizin in Löwen (Belgien), an der Ruhr-Universität Bochum und an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn. 1978 promovierte er an der Universität Essen und erhielt seine Approbation als Arzt. Ab 1978 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg, erwarb Facharzttitel für Innere Medizin und Teilgebiete der Gastroenterologie, Endokrinologie, Hämatologie und internistische Onkologie, habilitierte 1988 im Fach Innere Medizin und wurde 1990 Oberarzt der I. Medizinischen Universitätsklinik und Poliklinik.

1993 wurde er durch die Universität Hamburg auf eine Professur für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie und Gastroenterologische Onkologie berufen. Ebenfalls 1993 wurde er als Universitätsprofessor und Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus der Ruhr-Universität Bochum berufen und ist seit 2002 außerdem Direktor der Abteilung Gastroenterologie/Hepatologie an der Universitätsklinik Bergmannsheil der Ruhr-Universität Bochum.

Mitgliedschaften:

  • American Gastroenterological Association (AGA), Fellow (AGAF)
  • American Society of Clinical Oncology (ASCO)
  • Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
  • Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
  • Deutsche Krebsgesellschaft (DKG/AIO), Präsidentschaft von 2012 bis 2016
  • European Society of Medical Oncology (ESMO)
  • European Society of Digestive Oncology (ESDO)

Auszeichnungen:

  • G. E. Konjetzny Preis (1988)
  • Dr. Martini Preis (1989)
  • Stiftung zur Förderung der Innovation in Wissenschaft und Forschung NRW Preis (1994)
  • Charles Moertel Preis in Digestive Oncology (IDCA / World Gastroenterologie Organisation, 2007)
  • Felix Burda Award (2014)

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